Aufhebungsvertrag unterschreiben?

Ihr Chef will Sie loswerden und kommt Ihnen scheinbar entgegen? Ob Aufhebungsvertrag oder nach erfolgter Kündigung das Angebot eines Abwicklungsvertrages - der Teufel steckt bekanntlich im Detail.

Erfahren Sie hier das Wichtigste rund um die Themen Aufhebungsvertrag und Abwicklungsvertrag.

S.O.S. Recht Kündigung Aufhebungsvertrag unterschreiben?

Was Sie wissen müssen bevor Sie unterschreiben!

Schnell können sich die Vorteile der einvernehmlichen Einigung mit dem Arbeitgeber - wie eine Abfindung im Aufhebungsvertrag - in schwerwiegende Nachteile verwandeln. Alles was Sie wissen müssen zum Aufhebungsvertrag und dem Abwicklungsvertrag finden Sie im folgenden Beitrag.

Wichtige erste Handungsempfehlung bei Vorlage eines Aufhebungsvertrages oder Abwicklungsvertrages

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Unterschreiben Sie keinen Aufhebungsvertrag oder Abwicklungsvertrag ungeprüft. Wir sagen Ihnen welche Rechte Ihnen zustehen. Verschenken Sie kein Geld - insbesondere, wenn es um das Thema Abfindung geht!

Versäumen Sie keine Fristen!

Sofern eine Kündigung bereits ausgesprochen ist oder im Raum steht und eine außergerichtliche Einigung nicht gelingt, muss gegen die Kündigung beim Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage erhoben werden. Die Frist, innerhalb derer Kündigungsschutzklage eingereicht werden muss beträgt 3 Wochen ab Erhalt der Kündigung!

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Was ist ein Aufhebungsvertrag im Arbeitsrecht?

Ein Aufhebungsvertrag im Arbeitsrecht ist eine freiwillige, vertragliche Übereinkunft zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Der Aufhebungsvertrag muss schriftlich vereinbart werden um wirksam zu sein. Das bedeutet, dass der Aufhebungsvertrag auf Papier festgehalten und von beiden Parteien eigenhändig unterzeichnet werden muss.

 

Warum bietet der Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag an?

In der Regel will der Arbeitgeber mit einem Aufhebungsvertrag seine rechtlichen und wirtschaftlichen Risiken minimieren. Gelingt dem Arbeitgeber beispielsweise der Nachweis nicht, dass ein ordentlicher Kündigungsgrund nach dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG) vorlag, läuft er Gefahr die Kündigungsschutzklage zu verlieren. Der Arbeitnehmer bekommt dann entweder seinen Arbeitsplatz zurück oder eine Abfindung zugesprochen. Hinzu kommen die Kosten rund um das Verfahren. Es kann also – für beide Seiten – sinnvoll sein, eine einvernehmliche, außergerichtliche Lösung zu finden.

Zudem bietet der Abschluss eines Aufhebungsvertrages die Möglichkeit die gesetzlichen Kündigungsfristen zu umgehen. Die Kündigungsfristen nach dem KSchG und dem BGB gelten nur bei einer Kündigung durch eine der beiden Vertragsparteien. Sind sich beide Seiten über die Beendigung des Arbeitsvertrages einig, kann das Ende des Arbeitsverhältnisses frei in einem Aufhebungsvertrag vereinbart werden.

ACHTUNG: Den „Vorteil“ einer frühzeitigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden regelmäßig nur Arbeitnehmer genießen, die bereits einen Job in Aussicht haben. Ist das nicht der Fall, ist die Umgehung der Kündigungsfrist in vielen Fällen ein Nachteil. Darauf müssen Sie sich nicht einlassen. Lassen Sie sich nicht die Pistole auf die Brust setzen.

In vielen Fällen lässt sich noch mehr herausholen als der Arbeitgeber in einem Aufhebungsvertrag anbietet. Sehen Sie den vorgelegten Aufhebungsvertrag als Einstieg in die Verhandlungen. Am besten kommen Sie mit professioneller Hilfe durch einen Rechtsanwalt zu Ihrem Ziel.

 

Welche Vor- und Nachteile hat der Aufhebungsvertrag?

Ein Vorteil für Arbeitnehmer, die bereits eine neue Anstellung in Aussicht haben, liegt darin, dass mit einem Aufhebungsvertrag die Kündigungsfristen umgangen werden können. Lassen Sie geschickt für sich verhandeln, haben Sie außerdem gute Chancen eine Abfindung herauszuholen.

Von Nachteil ist allerdings, dass der Aufhebungsvertrag in den meisten Fällen eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld nach sich zieht. Das liegt daran, dass der Aufhebungsvertrag aus Sicht der Arbeitsagentur einer freiwilligen Aufgabe des Jobs gleichkommt. Die Sperrzeit beträgt in der Regel bis zu 12 Wochen. Um diese zu umgehen, sollten Sie sich vor der Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrages rechtlich beraten lassen.

Daneben sollte jedem Arbeitnehmer bewusst sein, dass mit freiwilliger Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages der arbeitsrechtliche Schutz endet. Gerade ältere, langjährige Beschäftigte sollten sich im Klaren darüber sein, dass zum Beispiel eine betriebsbedingte Kündigung in ihren Fällen weitaus schwieriger durchzusetzen ist als bei jüngeren Beschäftigten. Der Preis für eine freiwillige Auflösung des Arbeitsvertrages sollte entsprechend hoch ausfallen.

Lassen Sie sich von Ihrem Arbeitgeber nicht unter Druck setzen und nehmen Sie vor der Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrags unbedingt rechtliche Beratung in Anspruch. Zum Beispiel können schnell die vermeintlichen Vorteile des Aufhebungsvertrages verpuffen, weil die Abfindung in der Sperrzeit verbraucht wird oder ihre Abfindung viel zu niedrig ausfällt.

 

Was sollte unbedingt in einen Aufhebungsvertrag?

Neben einer ordentlichen Abfindung, sollten Vereinbarungen zum Resturlaub bzw. eine Freistellung für die restliche Laufzeit des Arbeitsvertrages in keinem Aufhebungsvertrag fehlen.

Bestehen noch Urlaubsansprüche, wenn der Aufhebungsvertrag geschlossen wird, sollte sich im Aufhebungsvertrag hierzu eine Ausgleichsregelung finden. Eine Möglichkeit ist die Freistellung unter Anrechnung der restlichen Urlaubstage. Für Fälle, in denen der Zeitraum bis zum Vertragsende zu kurz ist oder aus anderen Gründen keine Freistellung in Betracht kommt, sollte der Urlaubsanspruch finanziell abgegolten werden. Das heißt, für jeden nicht genutzten Urlaubstag wäre vom Arbeitgeber ein Ausgleich zu zahlen.

Eine Freistellung kommt auch ohne offene Urlaubstage in Betracht. Das heißt, dass Sie bis zum offiziellen Ende des Arbeitsvertrages nicht mehr arbeiten müssen, aber bis zum Vertragsende bezahlt werden. Die bezahlte Freistellung ist kein besonderes Entgegenkommen des Arbeitgebers, das Ihre Abfindung schmälern sollte. Viele Arbeitgeber haben beispielsweise nach Abschluss eines Aufhebungsvertrages kein Interesse mehr den scheidenden Arbeitnehmer im Betrieb zu beschäftigen. Sollten Sie sich unverzüglich um einen neuen Arbeitsplatz bemühen, ist die Freistellung noch wichtiger für Ihr berufliches Fortkommen.

 

Wie hoch sollte die Abfindung bei einem Aufhebungsvertrag ausfallen?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Als Faustregel für die Abfindung bei einem Aufhebungsvertrag gilt ein halbes Bruttomonatsgehalts pro Betriebsjahr. Das kann aber nicht für jeden Arbeitnehmer gelten. Insbesondere Arbeitnehmer, die Kündigungsschutz genießen und mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Kündigungsschutzklage gewinnen würden, müssen sich mit einem halben Bruttolohn pro Betriebsjahr nicht zufriedengeben.

Die Höhe einer Abfindung bei einem Aufhebungsvertrag hängt zum einen vom Einzelfall ab und zum anderen nicht zuletzt am Verhandlungsgeschick des Interessenvertreters.

 

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Was ist ein Abwicklungsvertrag?

Einem Abwicklungsvertrag geht – im Gegensatz zum Aufhebungsvertrag – eine Kündigung voraus und klärt offene Fragen rund um eine Kündigung.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbaren in den meisten Fällen mit dem Abwicklungsvertrag, dass keine Kündigungsschutzklage erhoben wird und der Arbeitnehmer dafür im Gegenzug eine Abfindung erhält. Da der Arbeitnehmer mit Unterzeichnung des Abwicklungsvertrages die vorangegangene Kündigung ausdrücklich akzeptiert, kann nicht mehr gerichtlich geklärt werden, ob die Kündigung rechtens war. Ähnlich dem Aufhebungsvertrag, verzichtet ein Arbeitnehmer mit dem Abwicklungsvertrag zum Teil auf seine Rechte.

Auch der Abwicklungsvertrag muss das Schriftformerfordernis erfüllen um gültig zu sein.

 

Droht auch bei Unterzeichnung eines Abwicklungsvertrages eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld?

In der Regel ja. Die Arbeitsagentur legt eine Unterzeichnung eines Abwicklungsvertrages in den meisten Fällen als eine Mitwirkung an der Jobkündigung aus. Die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts hat diese Auffassung bislang bestätigt.

Deshalb sollte ein Abwicklungsvertrag nicht ohne vorherige Überprüfung unterzeichnet werden.

 

Worin liegt der Unterschied zum gerichtlichen Vergleich?

Im Unterschied zum Aufhebungs- oder Abwicklungsvertrag beendet der Vergleich den Arbeitsgerichtsprozess und gibt den Parteien einen gerichtlich vollstreckbaren Titel. Ein gerichtlicher Titel kann von einem Gerichtsvollzieher sofort vollstreckt werden. Die Ansprüche aus einem Aufhebungs- oder Abwicklungsvertrag wiederum müssen eingeklagt werden.

 

Welche Vorteile hat ein Vergleich?

Der Vorteil des Vergleichs liegt auf der Hand: Sie haben einen gerichtlichen Titel und müssen nur noch einen Gerichtsvollzieher beauftragen, der sofort vollstrecken kann. Allerdings muss ein Titel erst einmal vor Gericht erstritten werden. Damit einher gehen Anwaltskosten, die im Arbeitsgerichtsprozess grundsätzlich von den Parteien selbst getragen werden müssen.

Besteht noch ein Funken Vertrauen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, sollte mit der richtigen Verhandlungsstrategie versucht werden eine außergerichtliche Einigung zu erzielen.

 

Was ist zu tun, wenn mein Vorgesetzter mir einen Aufhebungsvertrag oder nach einer Kündigung einen Abwicklungsvertrag anbietet?

Suchen Sie sich fachkundigen Rat! Sowohl der Aufhebungsvertrag als auch der Abwicklungsvertrag bieten Arbeitnehmern zwar eine Chance auf eine gute Abfindung, es gibt jedoch auch Risiken wie die mögliche Sperrzeit bei der Arbeitsagentur. Eine überstürzte Unterschrift kann unerwünschte Folgen haben. Lassen sie sich lieber vorab beraten.

 

Was wir für Sie tun können

Wir überprüfen Ihren Aufhebungsvertrag oder übernehmen gleich die Verhandlungen mit Ihrem Arbeitgeber. Unser Ziel ist ein Aufhebungsvertrag nach Ihren Bedürfnissen! Gerne klären wir auch alle weiteren offenen Fragen rund um Ihr Arbeitsverhältnis. Nutzen Sie unsere kostenfreie Ersteinschätzung durch einen Rechtsanwalt. Die drängendsten Fragen lassen sich bereits im ersten Gespräch beantworten. Danach entscheiden Sie wie es weitergehen soll.

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